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Als Reisen noch zu zweit waren

Unsere Reisen waren bis ins Detail geplant – und genau deshalb blieb genügend Raum für spontane Erlebnisse. Rückblickend waren diese Urlaube etwas ganz Besonderes. Heute reisen wir anders, doch viele Erfahrungen aus dieser Zeit begleiten uns noch immer.

Von David Nguyen4.8.2026
Als Reisen noch zu zweit waren

Jede Reise begann lange vor dem Abflug

Als meine Frau und ich noch keine Kinder hatten, waren wir mehrmals im Jahr im Urlaub. Meistens haben wir unsere Reisen so geplant, dass sie eine Mischung aus Städtetrip und Strandurlaub waren. Im Durchschnitt waren wir etwa zwei Wochen unterwegs und konnten in diesen vierzehn Tagen unglaublich viel erleben. Das lag allerdings nicht am Zufall, sondern an einer sehr sorgfältigen Planung. Bereits Wochen vor der Reise habe ich unsere Route und den Tagesablauf bis ins Detail vorbereitet.

Warum ich unsere Reisen immer geplant habe

Ein gutes Beispiel ist unsere Fernreise nach Bali im Jahr 2019. Die komplette Planung habe ich übernommen. Meine Frau legt großen Wert auf Effizienz und hätte die Reise deutlich kompakter gestaltet. Mir war dagegen wichtig, nicht nur möglichst viele Orte zu sehen, sondern die Reise als Gesamterlebnis zu genießen. Deshalb habe ich die Verantwortung für die Planung seit 2015 übernommen.

Unsere Tage waren meist abwechslungsreich aufgebaut. Ein typischer Reiseplan sah beispielsweise so aus:

  • Tag A: 9:00–13:00 Uhr Sightseeing, 13:00–14:00 Uhr Mittagessen, 14:00–18:00 Uhr Shopping, Bummeln, Abendessen, Entspannen oder spontane Aktivitäten, ab 20:00 Uhr das Nachtleben auf offener Straße genießen.

  • Tag B: Ein entspannter Tag am Strand oder am Pool mit anschließendem Shopping.

  • Tag C: Vormittags weitere Sehenswürdigkeiten, mittags Essen und nachmittags eine Wanderung oder ein Ausflug in die Natur.

Mit Planung zu mehr Freiheit

Es war immer eine ausgewogene Mischung aus Kultur, Kulinarik, Erholung, Shopping und spontanen Erlebnissen. Gleichzeitig achtete ich darauf, dass Sehenswürdigkeiten an den jeweiligen Tagen tatsächlich geöffnet waren, wir die passende Kleidung dabei hatten und keine Schließtage oder Feiertage unsere Planung durchkreuzten. Trotz der detaillierten Vorbereitung ließen wir uns aber bewusst genügend Freiraum für spontane Entscheidungen. Da meine Frau mit meinen Reiseplanungen grundsätzlich zufrieden war, schenkte sie mir ihr volles Vertrauen. Seitdem bin ich für die komplette Urlaubsplanung unserer Reisen verantwortlich. Zudem konnten wir uns jederzeit aufeinander verlassen, falls einer von uns einmal etwas vergessen hatte. Da wir beide viele Dinge sehr strukturiert, sorgfältig und organisiert angehen, hatten wir stets das Gefühl, das Beste aus unseren Reisen herauszuholen. Viel mehr wäre aus unserer Sicht kaum möglich gewesen.

Erinnerungen, die noch lange nachwirkten

Unsere Urlaube waren geprägt von vielen Eindrücken. Nach jeder Reise kamen wir nicht nur erholt, sondern auch mit einer Fülle neuer Erlebnisse nach Hause. Gerade weil wir in kurzer Zeit so viel gesehen und erlebt hatten – gefühlt mehr als so manch andere innerhalb von zwei Wochen –, freuten wir uns jedes Mal darauf, wieder zuhause anzukommen und all diese Eindrücke in Ruhe zu verarbeiten. Dieses schöne Gefühl hielt oft noch mehrere Wochen an, bevor wir uns wieder in den Alltag eingewöhnten.

Reisen mit Kindern verändert alles

Aber die Zeiten haben sich geändert. Mittlerweile hat sich unser Urlaub komplett gewandelt. Mit zwei kleinen Kindern auf Fernreise zu gehen, bedeutet heute eine echte 180-Grad-Wende. Aus entspannten Erholungsreisen sind Abenteuer geworden, bei denen sich vieles um die Bedürfnisse der Kinder dreht. Spontane Ausflüge weichen einer sorgfältigen Planung, und statt Ruhe stehen Aufmerksamkeit, Flexibilität und Organisation im Vordergrund. Das bedeutet zwar deutlich mehr Aufwand, gleichzeitig erleben wir unseren Urlaub heute aber auf eine völlig neue Art und Weise.

Die Perspektive eines Vaters

Die Sicht aus der Perspektive eines Vaters werde ich in den kommenden Artikeln näher beleuchten. Und wer weiß – vielleicht gelingt es mir ja auch, meine Frau dafür zu gewinnen, ihre ganz eigene Perspektive auf unsere Reisen mit den Kindern in einem separaten Artikel zu schildern.