Was kostet mich mein Kaffee zuhause wirklich? Fast fünf Jahre mit der Rocket Appartamento
Seit fast fünf Jahren läuft meine Rocket Appartamento fast täglich. Zeit für eine Rechnung: Was kostet mich mein Espresso wirklich – und braucht es überhaupt eine so teure Siebträgermaschine?

Ich trinke jeden Morgen gerne einen guten Espresso oder Americano. Und meistens bleibt es nicht bei einem Kaffee. Bei uns laufen ungefähr zwei Kilogramm Kaffeebohnen im Monat durch die Maschine.
Seit Anfang 2022 steht dafür eine Rocket Appartamento in unserer Küche. Neu kostete sie damals rund 1.300 Euro. Ich habe sie gebraucht über eBay Kleinanzeigen für etwa 900 bis 950 Euro gekauft.
Nach fast fünf Jahren stellt sich die Frage: War das wirklich eine teure Anschaffung?
Warum ich die Rocket gebraucht gekauft habe
Ich konnte die Maschine beim Verkäufer vor Ort ausprobieren und mir selbst ein Bild vom Zustand machen.
Eine Unterhaltung ist mir dabei bis heute in Erinnerung geblieben. Der Verkäufer hat auf eine etwa doppelt so teure Maschine mit Festwasseranschluss gewechselt als Upgrade.
Ich fragte ihn:
„Schmeckt der Kaffee damit denn auch besser?“
Seine Antwort:
„Nö. Schmeckt eigentlich genauso.“
Ich bereue meine Rocket überhaupt nicht. Trotzdem glaube ich nicht, dass man eine Maschine für über 1.000 Euro braucht, um sehr guten Espresso zu trinken.
Eine Maschine für 300 bis 500 Euro kann meiner Meinung nach ein ähnlich gutes Ergebnis liefern. Viel wichtiger sind eine vernünftige Kaffeemühle, gute Bohnen und die richtige Einstellung.
Meine Rocket Faustino habe ich separat für ungefähr 450 Euro gekauft.
Warum trotzdem eine Rocket?
Weil sie mir gefällt. Ich mag die Optik, die massive Verarbeitung und die sehr manuelle Bedienung. Außerdem ist sie ein Zweikreiser: Espresso beziehen und gleichzeitig Milch aufschäumen ist kein Problem.
Für mich ist sie deshalb vor allem eines: ein Lifestyle-Produkt.
Zwei Kilogramm Bohnen im Monat und Kosten pro Jahr
Wir verbrauchen ungefähr 24 Kilogramm Lavazza Gran Crema im Jahr. Ich trinke meistens einen doppelten Espresso mit 18 Gramm, meine Frau verwendet etwa 12 Gramm.
Kaffee ist allerdings deutlich teurer geworden.
Anfang 2022 konnte ich bei guten Aktionen teilweise noch für ungefähr 12 Euro pro Kilogramm einkaufen. Heute bin ich schon froh, wenn ich Lavazza Gran Crema für 18,99 Euro bekomme anstatt 23,49 Euro.
Bei 24 Kilogramm im Jahr bedeutet das:
Früher: ca. 288 Euro pro Jahr
Heute (September 2026) bei 18,99 €: ca. 456 Euro pro Jahr
Aktuell kosten uns die Kaffeebohnen bei 18,99 Euro pro Kilogramm rund 1,27 Euro am Tag – bei vier bis fünf Kaffees täglich.
Deshalb kaufe ich größere Mengen auf Vorrat, meistens am Amazon Prime Day, Black Friday oder direkt bei Rabattaktionen von Lavazza.
Und dabei gibt es ein Zubehör, auf das ich inzwischen jedem empfehlen würde: eine separate Kaffee-Vakuumdose.
Angebrochene Bohnen kommen direkt hinein. Meiner Erfahrung nach bleiben sie dadurch deutlich länger frisch und der Geschmack konstanter.
Meine Einstellung nach Monaten des Ausprobierens
Was ich vor dem Kauf unterschätzt habe: Ein Siebträger bedeutet nicht automatisch guten Espresso - auch wenn ich bereits Erfahrung damit hatte. Eine neue Maschine funktioniert eben ganz anders.
Ich habe mehrere Monate gebraucht, bis ich meine Einstellung gefunden hatte. Und Milchsaufschäumen, war für die ersten sechs Monate eine Herkulesaufgabe.
Heute ist sie ziemlich simpel nach sovielen versuchen:
Bohnen: Lavazza Gran Crema
Mahlgrad Rocket Faustino: Stufe 1 (fein) von 10 (grob)
Kaffeemenge: 18 Gramm
Extraktionszeit: ca. 30 Sekunden
Espresso: ca. 36 Gramm
Verhältnis: 1:2
Das Ergebnis ist ein kräftiger, für mich angenehm nussiger Americano (links) oder Espresso (rechts)

Reparatur, Reinigung und Wasser
Ganz wartungsfrei war die Rocket nicht. Einmal konnte sie plötzlich nicht mehr aufheizen. Die Reparatur kostete ungefähr 200 Euro. Das war bisher der einzige größere Defekt.
Etwa alle sechs Monate reinige ich die Maschine gründlicher mit Entkalker von ECM. Duschkopf, Siebträger und Milchaufschäumer reinige ich ungefähr alle zwei-drei Monate.
Mir wurde außerdem von mehreren Experten empfohlen, ausschließlich Volvic Wasser zu verwenden. Das war mir zu übertrieben.
Seit fast fünf Jahren nutze ich Leitungswasser, das vorher durch einen Brita-Filter läuft. Bisher hatte ich damit keine Kalkprobleme. Das lässt sich natürlich nicht pauschal übertragen, aber ich habs einfach gemacht.
Die Aufheizzeit nervt – theoretisch
Die Rocket braucht ungefähr 20 bis 30 Minuten zum Aufheizen.
Das wäre morgens ziemlich nervig. Deshalb hängt sie bei mir an einer Smart-Home-Steckdose und schaltet sich automatisch ein per Sprachsteuerung oder via Smartphone Eingabe. Wenn ich in die Küche komme, ist sie bereits warm bzw. bereit für den ersten Bezug. Damit ist dieser Nachteil für mich praktisch erledigt.
👉 Passend dazu:
Was kostet mich ein Kaffee nach fast fünf Jahren?
Für Maschine, Mühle und die bisherige Reparatur habe ich insgesamt ungefähr 1.550 bis 1.600 Euro ausgegeben. Bei durchschnittlich 4,5 Kaffees am Tag sind in knapp fünf Jahren grob 8.000 Kaffees zusammengekommen. Damit entfallen auf Maschine, Mühle und Reparatur inzwischen nur noch etwa:
20 Cent pro Kaffee.
Dazu kommen die Bohnen. Bei einem Preis von aktuell etwa 18,99 Euro pro Kilogramm kosten meine 18 Gramm Kaffee ungefähr 34 Cent.
Damit lande ich für Bohnen sowie Maschine, Mühle und Reparatur zusammen aktuell bei ungefähr:
54 Cent pro Kaffee.
Bei rund 24 Kilogramm jährlich sind inzwischen deutlich mehr als 100 Kilogramm Kaffee durch die Rocket gelaufen.
Strom, Wasser, Brita-Filter und Reinigungsmittel fehlen in dieser Rechnung. Die tatsächlichen Kosten liegen also etwas höher. Den Stromverbrauch habe ich nie separat gemessen. Die Rocket läuft bei uns teilweise sechs bis acht Stunden am Tag. Ein Stromfresser ist sie meines Erachtens nicht.
Zum Vergleich: Ein Kaffee bei Starbucks kostet je nach Getränk schnell etwa 4 bis 6 Euro.
Würde ich sie wieder kaufen?
Ja. Nicht weil die Rocket zwingend besseren Espresso macht – das geht meiner Meinung nach auch deutlich günstiger. Hier sollte man seine eigenen Präferenzen abwägen.
Für mich ist sie vor allem ein Lifestyle-Produkt, das ich jeden Tag gerne benutze.
Für mich hat sich der Kauf trotzdem gelohnt.
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