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Warum ich für die Zukunft meiner Familie in ETFs investiere

Ich investiere nicht in ETFs, um möglichst schnell reich zu werden. Ich investiere, weil ich meiner Familie langfristig finanzielle Freiheit ermöglichen möchte. In diesem Artikel erkläre ich meine Gedanken, meine Strategie und die Erfahrungen, die mich zu dieser Entscheidung geführt haben.

Von David Nguyen14.7.2026
Warum ich für die Zukunft meiner Familie in ETFs investiere

Als ich diesen Artikel geschrieben habe, waren meine Kinder noch klein. Ich wollte festhalten, warum ich mich für langfristiges Investieren entschieden habe und welche Gedanken mich über die Jahre begleitet haben. Vielleicht lesen meine Kinder diesen Artikel eines Tages. Vielleicht hilft er aber auch anderen Familien, die sich dieselben Fragen stellen. Ich investiere seit über einem Jahrzehnt in ETFs. Dieser Artikel basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen sowie auf den Erkenntnissen aus zahlreichen Finanzinhalten und Podcasts – unter anderem von Dave Ramsey und Finanzfluss. Mein Ziel ist es, mein Wissen zu teilen und zu zeigen, warum Investieren für mich ein fundamentaler Baustein ist, um langfristig Vermögen aufzubauen und finanzielle Freiheit zu erreichen. Außerdem möchte ich erklären, warum mein ETF-Portfolio heute 50/30/20 heißt und weshalb ich mich bewusst für diese Aufteilung entschieden habe. Ich erkläre das Thema bewusst von außen nach innen. Erwartet deshalb in diesem ersten Artikel keine wissenschaftliche Detailanalyse, sondern einen verständlichen Einstieg in meine Denkweise und meine persönliche Investmentstrategie. Ich sehe diesen Artikel nicht als fertigen Ratgeber, sondern als Dokumentation meiner Investmentreise. Deshalb werde ich ihn regelmäßig erweitern und aktualisieren, sobald ich neue Erfahrungen sammle oder sich meine Sichtweise weiterentwickelt.

In diesem Artikel erfährst du:

  • warum ich seit Jahren konsequent in ETFs investiere

  • weshalb langfristiges Denken für mich wichtiger ist als kurzfristige Gewinne

  • warum ich bewusst von der klassischen 90/10-Aufteilung abgewichen bin

  • wie mein persönliches 50/30/20-Portfolio aufgebaut ist

  • weshalb ich diesen Artikel auch für meine Kinder geschrieben habe

Warum investiere ich überhaupt?

Kurz nach meinem Masterstudium der Betriebswirtschaftslehre bin ich unmittelbar ins Berufsleben eingestiegen. Bevor es jedoch richtig losging, erhielt ich – wenn ich mich richtig erinnere, müsste es 2014 gewesen sein – einen Anruf von meiner damaligen Hausbank, der Stadtsparkasse München. Man bot mir an, einen Beratungstermin zu vereinbaren, um über verschiedene Finanzprodukte zu sprechen. Ich stimmte zu, denn schließlich dachte ich mir: Es kann nicht schaden, sich mit dem Thema Finanzen auseinanderzusetzen. Dümmer wird man dadurch schließlich nicht. Gesagt, getan. Eigentlich verdient dieses Gespräch einen eigenen Artikel, den ich später noch schreiben werde. Um es an dieser Stelle kurz zusammenzufassen: Die Bank empfahl mir damals, mein Geld in Investmentfonds anzulegen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich allerdings kaum etwas über Fonds und entschied mich deshalb gegen einen Abschluss. Ehrlich gesagt kannte ich damals nur das klassische Sparbuch und die Lebensversicherung. Kein Scherz.

Warum Geld auf dem Konto keine Lösung war

Erst nach meinem ersten Berufsjahr begann ich mir ernsthaft Gedanken darüber zu machen, was ich mit meinem ersparten Geld eigentlich anfangen sollte. Da ich damals noch bei meinen Eltern wohnte, konnte ich jeden Monat mehr als 1.000 Euro zurücklegen. Das Geld jedoch einfach bis zur Rente auf dem Girokonto liegen zu lassen, konnte nicht der richtige Weg sein. Vor allem wusste ich als BWL-Absolvent, dass Inflation die Kaufkraft unseres Geldes Jahr für Jahr reduziert. Mit meinen Studienschwerpunkten Marketing und Finanzen war mir schnell klar: Geld sollte nicht ungenutzt auf dem Konto liegen. Es sollte für einen arbeiten. Sparen ist zwar wichtig, aber das Vermögen wird dadurch allein nicht wachsen.

Im Gegenteil: Durch die Inflation verliert ungenutztes Geld langfristig sogar an Kaufkraft.

Heute sehe ich Sparen deshalb nur noch als ersten Schritt. Es schafft die Grundlage, um Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben aufzubauen. Persönlich halte ich einen Notgroschen von etwa sechs bis zwölf Monatsgehältern für ausreichend. Alles, was darüber hinausgeht, investiere ich lieber langfristig. Der zweite Schritt ist für mich deshalb das Investieren. Erst dadurch erhält mein Geld die Chance, über viele Jahre für mich und meine Familie zu arbeiten und uns langfristig mehr finanzielle Freiheit und Flexibilität zu ermöglichen.

Wie ich ETFs entdeckt habe

Im Jahr 2016 begann ich mich intensiver mit dem Thema Investieren auseinanderzusetzen. Einzelaktien erschienen mir damals allerdings zu riskant. Ich suchte nach einer Geldanlage, die

• breit diversifiziert,

• kostengünstig

• und langfristig ausgerichtet ist.

Bei meiner Recherche tauchte immer wieder ein Begriff auf, den ich bis dahin noch nie gehört hatte: ETF.

Warum ich mich für ETFs entschieden habe

ETF steht für Exchange Traded Fund.

Einfach erklärt investiert man mit einem ETF nicht in ein einzelnes Unternehmen, sondern gleichzeitig in viele hundert oder sogar tausende Unternehmen. Dadurch verteilt sich das Risiko automatisch auf viele verschiedene Firmen und Branchen. Genau diese breite Diversifikation war für mich der entscheidende Punkt.

Der weltweite Aktienmarkt

Stand 2026 besteht der weltweite Aktienmarkt grob aus:

  • rund 90 % Industrieländern (USA, Europa, Japan usw.)

  • rund 10 % Schwellenländern (China, Indien, Taiwan usw.)

Dafür nutze ich hauptsächlich:

  • MSCI World

  • MSCI Emerging Markets IMI

In den vergangenen Jahrzehnten musste der Aktienmarkt zahlreiche Krisen überstehen:

  • Dotcom-Blase

  • Finanzkrise 2008

  • Eurokrise

  • Corona-Crash

  • Ukrainekrieg

Und trotzdem gilt: Wer langfristig investiert geblieben ist, wurde am Ende bisher immer belohnt.

Historisch erzielten breit gestreute Aktienportfolios langfristig eine durchschnittliche jährliche Rendite von etwa 7–10 % vor Inflation. Die tatsächliche Entwicklung hängt vom betrachteten Zeitraum und Index ab. Tipp: Nimmt diese 7-8% Rendite und rechnet es hoch oder schmeißt es in die KI zur Berechnung, dann sieht ihr die Ergebnisse Jahr über Jahr.

Mein erstes Portfolio: 90/10

Mein erster Gedanke war deshalb einfach. Wenn die Weltwirtschaft langfristig wächst und Unternehmen Gewinne erzielen, sollte auch mein Vermögen langfristig wachsen. Die klassische Aufteilung lautet:

  • 90 % MSCI World

  • 10 % Emerging Markets

Damit macht man aus meiner Sicht grundsätzlich nichts falsch.

Warum ich später auf 70/30 gewechselt habe

Mit der Zeit beschäftigte ich mich intensiver mit den Schwellenländern. Ich war überzeugt, dass dort langfristig große Wachstumschancen bestehen. Deshalb erhöhte ich den Emerging-Markets-Anteil bewusst auf 30 Prozent. Mein Portfolio bestand damit aus:

  • 70 % MSCI World

  • 30 % MSCI Emerging Markets IMI

Warum daraus schließlich mein 50/30/20-Portfolio entstand

Nach einer genaueren Analyse und einem mittlerweilen fünfstelligen Depot fiel mir auf, dass der MSCI World heute zu einem sehr großen Teil aus US-Unternehmen besteht. Ein erheblicher Anteil entfällt auf die sogenannten Magnificent Seven:

  • Apple

  • Microsoft

  • Nvidia

  • Meta

  • Amazon

  • Alphabet

  • Tesla

Zusätzlich ist der Index stark technologieorientiert. Mir persönlich war diese Konzentration zu hoch. Ich wollte mein Portfolio geographisch breiter aufstellen und die Abhängigkeit von den USA reduzieren. Nicht weil ich gegen die USA bin. Sondern weil ich überzeugt bin, dass Diversifikation langfristig Risiken reduziert und die Überperformance der USA langsam zu mächtig wurde (Stichwort: KI).

Mein heutiges Portfolio

Heute investiere ich nach folgendem Modell:

  • 50 % MSCI World (+ Small Caps)

  • 30 % MSCI Emerging Markets IMI

  • 20 % STOXX Europe 600

Dadurch ergibt sich ungefähr folgende regionale Verteilung:

  • 35 % USA

  • 30 % Emerging Markets

  • 30 % Europa

  • 5 % übrige Industrieländer

So fühle ich mich persönlich deutlich wohler. Ich profitiere weiterhin von den USA, reduziere aber gleichzeitig das Klumpenrisiko und gebe Europa sowie den Schwellenländern mehr Gewicht.

Wie investiere ich ?

Ich habe für mich eine feste Regel definiert, zu der ich mich unter anderem durch verschiedene Podcasts inspirieren ließ: Jeden Monat investiere ich konsequent 15 % meines Nettogehalts in meinen ETF-Sparplan. Bespare ich mehrere ETFs, verteile ich diese 15 % nach einer zuvor festgelegten Gewichtung auf meine Kern-ETFs. Konkret bedeutet das: Investiere ich beispielsweise 500 Euro pro Monat, fließen 250 Euro in den MSCI World, 150 Euro in den MSCI Emerging Markets IMI und 100 Euro in den STOXX Europe 600. Die Höhe der Sparrate spielt dabei zu Beginn eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist es, überhaupt anzufangen und das Investieren zu einer festen Gewohnheit zu machen. Mit steigendem Einkommen kann die Sparrate später jederzeit erhöht werden. Sobald man verheiratet ist, dient das gemeinsame Nettoeinkommen als Grundlage für die monatliche Investition - sofern man dem Partner von dieser Investitionsstrategie überzeugen kann. So wächst das Vermögen nicht nur mit dem eigenen Einkommen, sondern profitiert auch vom gemeinsamen Vermögensaufbau. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: In den ersten Jahren fühlt es sich oft so an, als würde sich nur wenig verändern. Doch spätestens nach etwa zehn Jahren wird deutlich, welche Summe sich bereits angesammelt hat. Ab diesem Zeitpunkt beginnt der Zinseszinseffekt immer stärker zu wirken, sodass das Vermögen zunehmend schneller wächst. Ich nenne es persönlich die exponentielle Wachstumsphase ;-). Wie dieser Effekt genau für mich anfühlt und welche Rolle meine ETF-Portfolio-Strategie dabei spielt, erkläre ich ausführlich in einem separaten Artikel. Dort gehe ich unter anderem auf den Zinseszins ein und zeige, warum ich hinter meiner Portfoliozusammensetzung langfristig stehe und ich überzeugt bin, dass es einen entscheidenden Unterschied machen kann.

Mein persönliches Fazit

Für mich bedeutet Investieren nicht, möglichst schnell reich zu werden. Es bedeutet, über viele Jahre konsequent Vermögen aufzubauen und finanzielle Freiheit zu gewinnen. Deshalb investiere ich Monat für Monat. Nicht weil ich weiß, was morgen an der Börse passiert. Sondern weil ich überzeugt bin, dass Geduld langfristig der größte Erfolgsfaktor beim Investieren ist. Wenn meine Kinder diesen Artikel irgendwann lesen, wünsche ich mir nur eines: Dass sie verstehen, warum ich mich damals für diesen Weg entschieden habe. Nicht wegen des Geldes. Sondern wegen der Möglichkeiten, die finanzielle Unabhängigkeit schaffen kann. Denn Zeit ist der wichtigste Faktor beim Vermögensaufbau. Time in the market beats timing the market. Und genau deshalb investiere ich.

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